2002

 

März

Berufliche Wiedereingliederung.

Mein Arbeitsplatz bei Henkel wurde freigehalten.

 

Ich lief immer noch am Stock, das Ergebnis des zweiten Schubes.

 

Hier und da, wenn mich die Kräfte verließen, nahm ich den Rollstuhl, der in der REHA beantragt wurde.

Mit einem riesigen Blumenstrauß wurde ich von meiner Vorgesetzten und den lieben Kollegen empfangen.

 

Die Wiedereingliederung sah vor, dass ich in der ersten Woche täglich zwei Stunden arbeiten durfte. In der zweiten Woche verbrachte ich täglich vier Stunden am Arbeitsplatz. Verzweifelt musste ich feststellen, dass schon zwei Stunden für mich schwer zu bewältigen waren.

So litt ich unter den typischen MS-Symptomatiken, die außerhalb eines akuten Schubes die MS kennzeichnen...

 

Fatigue oder Müdigkeit ist eines der häufigsten und gleichzeitig eines der lästigsten Symptome der

Multiple Sklerose. Etwa zwei Drittel der MS-Patienten sind davon betroffen. Mindestens zwei Typen Fatigue sind bekannt: eine dauerhafte Müdigkeit, welche es den Patienten fast unmöglich macht, auch nur die einfachsten Aufgaben zu erfüllen. Ein anderer Typus tritt spontan nach wenigen Minuten körperlicher Aktivität auf. Letzteres betrifft vor allem die Beine und verschwindet spontan nach einer kurzen Ruhepause, es kann aber auch zu Sehstörungen beim Lesen kommen, die sich nach kurzer Zeit wieder bessern.

 

Die Müdigkeit wird typischerweise verschlimmert bei warmem Wetter oder nach einem warmen Bad. Fieber oder andere Ursachen für eine Erhöhung der Köpertemperatur können die Müdigkeit ebenfalls verstärken. MS-Betroffene, die unter Fatigue leiden, erfahren einen massiven Einbruch in ihrer Lebensqualität.

 

Obwohl die Müdigkeit in den meisten Fällen direkt auf die Multiple Sklerose zurückgeführt werden kann, gibt es möglicherweise auch andere Gründe für ihr Auftreten, z.B. Inaktivität. Nachlassende Kraft, Depressionen oder Schlafstörungen können ebenfalls hinter Fatigue- Anfällen stehen.

 

Muskelkraftminderung. Es kommen alle Stufen vor, von der leichten Ungeschicklichkeit bis zu Lähmungserscheinungen. Den Lähmungen liegt meistens eine Verkrampfung (Spasmus) der Muskulatur zugrunde. Als Spastizität bezeichnet man eine erhöhte Muskelsteifigkeit. Sie kann mit Schmerzen verbunden sein, wenn die Muskeln sich verkrampfen.

 

Eine leichte Spastizität wird als Steifigkeit und Spannungsgefühl in den Beinen wahrgenommen. Der Gang kann hölzern und ungelenk werden. Bei manchen MS-Betroffenen beginnen die Beine nach Anstrengung zu zittern. Im Verlauf der MS kann die Muskelkraft in Armen und Beinen abnehmen. Diese Symptome können sich nach und nach verschlechtern und dazu führen, dass man eine Gehhilfe benötigt.

 

Koordinationsstörungen. Ist das Kleinhirn – das Bewegungszentrum im Gehirn – betroffen, kommt es zu Koordinationsstörungen der Muskelbewegungen. Das kann zu taumelnden, unsicheren Gang führen. Man benötigt unter Umständen eine Gehhilfe. Sind die Arme betroffen, kann es zu Zittern (Tremor) kommen, wenn man versucht, kleine Gegenstände mit den Händen zu greifen.

 

Schmerzen. Während vieler Jahre galt Multiple Sklerose als eine schmerzlose Krankheit. Heute weiss man, dass das nicht für alle Betroffenen zutrifft. Schmerzen können als direkte Folge der MS-Aktivität im Gehirn auftreten oder aufgrund eines anderen MS-Symptoms. Die Schmerzen können von mild bis stark alle Stufen durchlaufen. Schmerzen können auch durch verkrampfte Muskulatur und Haltungsfehler auftreten. Zusätzlich zu Schmerzen an Muskeln, Gelenken, Bändern und Sehnen sind auch starke Missempfindungen (z.B. Brennen) oder stichartige, unregelmässig auftretende Schmerzen bekannt. Auch eine Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz) kann durch Multiple Sklerose (MS) ausgelöst werden. Krämpfe in Armen und Beinen können ebenfalls schmerzhaft sein, v.a. nach längerer Immobilität.

 

Dies ist nur eine vergleichsweise kleine Auswahl an Symptomatiken, die die Multiple Sklerose noch so anzubieten hat. Aber es waren bzw. sind die Symptome, mit denen ich zu kämpfen/leben hatte/habe.

Ich musste klein beigeben und mir eingestehen, dass die Arbeitswelt von nun an für mich gestorben war.

Die Vollberentung verlief ohne Komplikationen.

Depressionen ließen nicht lange auf sich warten.

 

Sommer

Umzug nach Krefeld...

Meine Onkel und meine Mutter nahmen den Erblass meiner Oma, und investierten das Geld in eine behindertengerechte Eigentumswohnung in Krefeld.

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2008 Daniela Pellen (Bauer)