2010

 

Freitag, 15. Januar 2010

So, mir geht es wieder besser, sehr viel besser. Ich muss mich vor Überanstrengungen hüten. Was gar nicht so leicht ist. Es ist ja auch hinlänglich bekannt, dass wir MSler Probleme haben unsere Grenzen abzustecken.

An "guten Tagen" ziehen wir los um die Welt zu erobern, oder zumindest das nächste Kaufhaus/Café, um am nächsten Tag unsere Wunden zu lecken.

Meine Beine sind weiterhin recht schwach und unglaublich nachtragend. Meine Augen funktionieren wieder in gewohnter Weise, doch auch ihnen muss ich immer wieder Ruhepausen gönnen.
Wie bei jedem Schub heißt es: "Abwarten und Tee trinken"...

 

Das Menüangebot der Medikation hat sich inzwischen erweitert:

 

- Betainterferone (Betaferon, Avonex, Rebif)

 

Seit etlichen Jahren setzt die Schulmedizin zur Bekämpfung des schubförmigen Verlaufes der MS auch bevorzugt (als Mittel der 1. Wahl) Betaferon, Avonex oder Rebif ein. Diese Mittel sind Botenstoffe zwischen den Zellen und sollen bewirken, daß der Abstand zwischen den einzelnen MS-Schüben verlängert wird. Diese Interferone sind aber leider kein Heilmittel. Es geht auch nicht um die Verbesserung des Zustandes der Betroffenen, sondern nur eine evtl. mögliche, jedoch nicht garantierte Verlangsamung des Verlaufes der Multiplen Sklerose.

 

Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Mittel eine positive Wirkung im Sinne einer Verlangsamung der MS bewirken, liegt jedoch nur bei ca. 30%. Es gilt in jedem Einzelfall, den möglichen Nutzen dieser Mittel gegen die Risiken und Nebenwirkungen abzuwägen. Viele Betroffene, die ihre Hoffnung auf diese Mittel setzen, haben nur massive Nebenwirkungen in Form von z.B. verstärkter Spastik, grippeähnliche Erscheinungen und/oder verstärkten Gehbehinderungen, sowie Depressionen. Auch starke und sogar gefährliche Blutbildveränderungen bei den MS-Betroffenen kommen unter dieser Therapie vor.

 

Da die Krankheit MS aber als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern unberechenbar ist, kann niemand sagen, ob es diese neuartigen Mittel waren, die gewirkt haben oder die Nebenwirkungen gemacht haben, oder ob diese guten oder auch weniger guten Erscheinungen nicht auch ohne das Mittel eingetreten wären.

 

Nach einer Veröffentlichung der DMSG in der Zeitschrift Aktiv Nr. 185 4/1999 von Dr. med. Franz. X. Weilbach, Privatdozent Prof. Dr. med. Peter Rieckmann und Dr. med. Ralf Gold müssen 9,2 Patienten mit Betaferon behandelt werden, um bei einem Patienten enen Fortschritt der Erkrankung um einen EDSS-Punkt (rechnerischen Behinderungsgrad) in 2 Jahren zu verhindern. Das entspricht einer Wirksamkeit von 9,2 zu 1 oder ca. 10%. Das heißt rechnerisch nichts anderes, als daß die meisten mit Betaferon behandelten Patienten mit sekundär chronischer Verlaufsform der MS ausschließlich mit Nebenwirkungen zu rechnen haben.

 

* Quelle: http://www.gottlob-stiftung.de/MultipleSklerose/substart.html

 

 

 

 

 

 

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2008 Daniela Pellen (Bauer)