2016


Was gibt es Neues?


Das Schwindelgefühl, „Schwankschwindel“ genannt, fühlt sich bei mir noch immer heimisch.

Der Stock klebt an mir wie eine Klette. (Oder umgekehrt?)

Die Schmerzen schmerzen mal mehr und mal weniger.

Das Einschlafen wollte nicht immer so gut gelingen.


Meine Neurologin verschrieb mir Neurontin 300mg

Eigentlich ist das Medikament zur Behandlung von Epilepsie und peripheren neuropathischen Schmerzen (lang anhaltende Schmerzen, die durch Schädigungen der Nerven verursacht werden), aber es hat sich gezeigt, dass viele MSler positiv auf das Medikament ansprechen.

In der ersten Woche nahm ich abends eine Kapsel, in der zweiten Woche musste ich auf 600mg erhöhen und so ging das immer weiter, bis ich auf 1200 mg täglich kam.

Ich konnte die erste Zeit auch wunderbar einschlafen, nur gegen die Schmerzen wirkten sie nicht.

Ein weiteres Medikament sollte Abhilfe schaffen.


Sirdalud 4 mg ist ein Muskelrelaxans/Myotonolytikum.

Sirdalud wirkt auf das Zentralnervensystem und entspannt die Skelettmuskulatur.

Der Hauptangriffspunkt liegt im Rückenmark. Das Mittel vermindert die Freisetzung von Aminosäuren an den Nervenschaltstellen. So wird eine übermäßige Muskelanspannung (Muskeltonus) reduziert. Das Mittel wird bei chronischem, krampfartig erhöhten Muskeltonus, der vom Rückenmark und vom Gehirn verursacht sein kann und bei akuten schmerzhaften krampfartigen Muskelanspannungen (Muskelspasmen) eingesetzt.


Sirdalud habe ich dann zusätzlich zu dem Neurontin abends genommen. 300 mg Naurontin, 8 mg Sirdalud.


Wenn tagsüber die Schmerzen so stark waren, habe ich bis zu 12 mg Sirdalud genommen, doch auch diese hohe Dosis war wirkungslos.


Seit ein paar Wochen nehme ich Dronabinol Tropfen oder auch medizinisches Cannabis genannt.

Laut Anweisung der Ärztin soll ich morgens und abends je 2 Tropfen nehmen.


Ich habe natürlich meine Medikamenteneinnahme völlig auf den Kopf gestellt.

Morgens 2 Tropfen Dronabinol und mit mir ist den ganzen Tag nichts anzufangen, also lasse ich die Tropfen morgens weg.

Sirdalud nehme ich überhaupt nicht mehr. Warum soll ich auch etwas einnehmen was wirkungslos ist.


Ich nehme abends eine Kapsel Neurontin 300mg und 6 Tropfen Dronabinol.

So kann ich dann gut einschlafen und bin am nächsten Morgen relativ fit.


Freitag, 02.09.2016

Seit einigen Wochen nehme ich abends nur noch die Tropfen.

Die Dosis habe ich mittlerweile auf 9 Tropfen erhöht. Wenn das so weiter geht werde ich die Tropfen wohl direkt aus der Flasche trinken müssen.

Gegen die abendlichen Schmerzen creme ich mich hiermit ein:


Wangphrom Thai Herbal Green Balm for Massage and Pain Relief


Der Balsam hat eine kühlende Wirkung und lindert die Verspannungsschmerzen.


Was in meinen Augen immer schlimmer wird, ist meine verwaschene Aussprache.

Ich rede zu schnell, verschlucke nicht nur Silben, sondern ab und an sogar ganze Worte.

Kaum zu glauben, dass ich schon Reden von hunderten von Menschen gehalten habe oder zu Radio-Interviews geladen war. Für mich heute völlig undenkbar.


Auch lasse ich mich nicht mehr so gerne fotografieren, meine Körperspannung ist zu brutal.

Indem ich ständig versuche, das Gleichgewicht zu halten und nicht ganz so schmerzverzerrt dreizuschauen habe ich das Gefühl wie eine Schlaganfallpatientin zu grinsen.

 

Samstag, 10.09.2016:

So, gestern Abend musste ich ohne die Dronabinol-Tropfen auskommen, weil ich Vollhonk das Fläschchen nicht richtig verschlossen hatte und die ganze güldene Brühe in mein Medizinkästchen lief.

Einschlafen ging trotzdem recht gut, dafür habe ich die nächtlichen Spastiken mitbekommen und erfreue mich heute an diversen fiesen Schmerzen.

 

Sonntag, 11.09.2016:
Ich hoffe, dass ich bald wieder meine Cannabis-Tropfen bekomme.
Morgens spüre ich ganz deutlich, was mein Körper nachts so anstellt. Spastiken vorwiegend in Beinen und Händen. Aua!


Dientag, 27.09.2016:

heute habe ich mich zu einem Schritt entschlossen, den ich eigentlich schon vor vielen, vielen Jahren gehen wollte. Es geht um eine Brustverkleinerung. Bereits im Alter von 18 Jahren wollte ich mich dieser OP unterziehen. Damit die Krankenkasse für die Kosten aufkommt, habe ich damals eine Psychologin aufgesucht, die mich von meinen Vorhaben abbrachte.

„Sie können dann aber keine Kinder mehr stillen!“

Ich war jung, es gab noch kein Internet und somit keine Möglichkeit sich mit anderen Frauen auszutauschen. Also glaubte ich ihr. Die Körbchengröße E war in vielerlei Hinsicht ein Hindernis. Beim Tischtennis waren sie beim Schmettern generell im Weg und Nacken- Schulter- und Rückenschmerzen waren seit der Pubertät an der Tagesordnung.

Durch die MS kommen und gehen die Muskeln und die Brüste verursachen zusätzlich Schmerzen.

Also habe ich einen Beratungstermin ausgemacht. Zu meiner großen Freude, musste ich keine Monate auf solch einen Termin warten, sondern erhielt direkt noch am gleichen Tag einen Termin, da kurz zuvor ein Termin frei geworden ist.

Natürlich habe ich nicht wahllos irgendeinen Arzt genommen. Ich hatte mir zuvor mehrere Ärzte im Internet angeschaut und die für mich richtige Wahl getroffen. Seine „Arbeiten“ und vor allem die „Rezensionen“ seiner Patienten hatten mich überzeugt.

Nach dem Gespräch war ich euphorisch. Ein super netter, einfühlsamer Arzt!

Am darauffolgenden Tag rief ich an und macht einen OP Termin aus.


Dientag, 29.11.2016:

9:30

Ich bin nervös. Der unglaublich nette Anästhesist, der mich 3 Tage zuvor anrief um mit mir über den Eingriff zu reden, legte mir den Venenkatheter in den linken Handrücken.

Eine Schwester brachte mir eine Tablette und das OP-Hemd. Slip und Socken durfte ich anbehalten.

Nun ging es in den OP-Saal. Die Infusion brannte wie Säure, während ich die Anweisung bekam in die Maske zu atmen, konnte ich es nicht abwarten, bis die Narkose endlich wirkt, damit dieses unangnehme Gefühle endlich aufhört.

Gegen 12:40 wachte ich in meinem Zimmer auf. Vor meinem Bett wachte eine Krankenschwester.

Kurze Zeit später machte sich meine Blase bemerkbar und man begleitete mich zu den Örtlichkeiten.

Den Stock konnte ich da noch nicht wirklich gebrauchen.

Man brachte mir was zu trinken, und bat mir eine Grießnockerlsuppe an.

Kurze Zeit später kam die OP-Schwester und erkundigte sich nach meinem Befinden. In dem Moment bemerkte ich einen frischen Blutfleck an meiner rechten Hand, die ich an meiner rechten Brust hielt. Auf dem Kompressions-BH bemerkten wir einen Blutfleck. Die Schwester schaute nach der frischen Wunde und meinte, dass sie dem Arzt Bescheid sagen muss. Das schaut nach „Nachblutungen“ aus und es kann sein, dass wir nachnähen müssen.

Nach vier Stunden kam der Arzt und meinte, dass das Wundwasser sei, ich bräuchte mir keine Gedanken machen und ob ich schon mal einen Blick drauf werfen möchte, es sei ganz toll geworden.

Das habe ich dann doch dankend abgelehnt.
Der Anästhesist kam auch nochmal vorbei und zwinkerte mir zu, dass er mir noch etwas Cortison verabreicht hätte, wegen der MS. Meine Schwiegermutter, die mich am Morgen in die Klinik brachte, konnte mich dann gegen 18 Uhr wieder abholen. Zuvor hatte sie mir noch einige Medikamente aus der Apotheke geholt, die mir der Arzt verschrieben hatte. „Augmentin“ - Antiobiotika, „Diclobene“ gegen Schmerzen und für den Notfall „Novalgin-Filmtabletten“. Schmerzen seien aber nicht zu erwarten. Verhaltensweisen wurden mir mit auf den Weg gegeben und eine Notfallnummer, unter der die Privatklinik 24 Stunden zu erreichen ist.

Den Kompressions-BH muss ich noch einige Wochen tragen.


Freitag, 02.12.2016:

Nachkontrolle in Linz. Pflasterwechsel Alles in Ordnung


Donnerstag, 08.12.2016:

Nachkontrolle in Wels. Pflasterwechsel Alles in Ordnung


Mittwoch, 14.12.2016:

Nachkontrolle in Wels. Alle Pflaster wurden entfernt, bis auf eines, da die Kruste noch nicht ab ist.
Nun muss ich 2x täglich Wunden mit Bepanthen behandeln. Die Brüste sind unglaublich empfindlich, was ja auch normal ist. Schmerzen hatte ich eigentlich nicht wirklich, unangenehm trifft es eher. Es gab hier und da den einen oder anderen Tag, wo ich nichts gegen einen leckeren Opiat-Cocktail gehabt hätte. Jetzt wo die Pflaster ab sind, ist es sehr ungewohnt und reichlich unangenehm, aber das ist halt alles Gewöhnungssache. Seit der OP hatte ich keine Nacken- Schulter- und Rückenschmerzen mehr! Ein ganz anderes Körpergefühl. Der Arzt meinte nach der OP, dass ich nun 1 Kilo! leichter sei. Bereits beim Beratungsgespräch und nach der Begutachtung meiner Brüste meinte er, dass er sich sehr gut vorstellen kann, dass ich Schmerzen habe.

Ende Januar darf ich oder eher muss ich einkaufen gehen. Neue BHs, neue Oberteile, denn seit Okober habe ich insgesamt 5 Kilo verloren und ich kann dann endlich wieder Sport und Yoga machen.

Der Anblick ist nicht nur für mich sehr ungewohnt. Benny, unser Kampfschmuser und Busenfetischist schaut mich völlig ungläubig und vorwurfsvoll an. Ich übertreibe nicht! Nie zuvor habe ich einen Kater gesehen, der bei unserem weiblichen Besuch erstmal rundum geht und einen Busentest macht. Meistens gewinnt die Dame seine Zuneigung, die den meisten Vorbau hat. Es bleibt zu hoffen, dass er sich das für seine nächste Inkarnation als Mensch, abgewöhnt.

 

 

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2008 Daniela Pellen (Bauer)