Also mir persönlich graut es immer vor ellenlangen Texten über einen Menschen, den ich nicht kenne. Das ist das gleiche wie ein schlechtes Buch zu lesen - mit der anschließenden Feststellung:
"2 Stunden meines Lebens habe ich vergeudet."
Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.
* William Somerset Maugham
Dieserhalb und desterwegen werde ich mein Bestes geben, um euch vom Schlafen abzuhalten.
Beginnen wir beim Namen. Nachdem meine Eltern sich seelisch und moralisch auf die Empfängnis eines Jungen eingestellt hatten, ich mich jedoch in letzter Sekunde anders entschied, lag ich 5 Tage lang namenlos auf der Säuglingsstation, also vom 06.10.1971 bis zum 11.10.1971. Letzten Endes wurde ich auf den Namen Daniela getauft, und zwar nach der hervorragenden Schauspielerin Sonja Ziemann, die im Jahre 1956 im Film "Dany, bitte schreiben Sie" meine Mutter nachhaltig beeindruckte. Übrigens war der Name Sonia auch im Gespräch, wohlgemerkt Sonia und nicht Sonja ;-) Nun ja, eine Karriere als Sekretärin mit Identitätskrise schien mir nicht gerade erstrebenswert.
Meine Kindheit und die Pubertät habe ich ohne nennenswerte psychische Schäden überstanden. Und das obwohl es in den 80ern viele Modediktatoren mit Hang zur Gehässigkeit gab.
Irgendwann kam die Frage der Berufswahl. Meine Talente waren vielfältig, genauso vielfältig wie meine Unkenntnisse und die strikte Verweigerung der Mathematik. Ich war, soweit ich weiß, damals der einzige Friseurlehrling mit Realschulabschluss. Meine Interessen lagen in allem, was mit Kreativität zu tun hat. In der 3. Klasse verfasste ich anlässlich des Weihnachtsfestes ein Gedicht, welches meine Lehrerin in Jubelstürme ausbrechen ließ. Meiner Phantasie ließ ich von nun an freien Lauf, indem ich einige Kurzgeschichten schrieb, die im Laufe der Jahre aber wohl diversen Kellerasseln zum Opfer fielen. Meine großen Vorbilder waren Heinz Erhardt und Ephraim Kishon. Ich liebte es mit Worten zu spielen und sie mit Zweideutigkeiten zu verzieren. Tagebücher habe ich nie verfasst, ich verarbeitete Alltäglichkeiten in Form von Kurzgeschichten.
1998 hing ich den Beruf des Friseurs an den Nagel, und fand mich in der Sachbearbeitung bei Henkel wieder. Nicht unbedingt die Erfüllung meiner Träume, aber es gab gutes Geld. 2000 überdachte ich meine berufliche Situation erneut, mir fehlte der kreative Aspekt meines Tuns. Ich nahm allen Mut zusammen und bewarb mich bei Brainpool in Köln, als Gagautor.
Die Chancen standen gut, doch dann... - Murphys Gesetz lässt grüßen -
...die Bewerbung lief und ich wurde krank. ---> die MS
2003 schleppten mich meine Freunde zu einem Poetryslam in Düsseldorf, den ich auch tatsächlich gewann.
Chari, meine damalige Freundin, machte sich mit einer Filmproduktion selbstständig, und so begann ich, Drehbücher zu schreiben - und dies nicht gerade erfolglos. Ich habe viele liebe Menschen kennengelernt, die im Laufe der Jahre zu guten Freunden wurden und die mich auch beruflich immer noch unterstützen. Bis auf einige typische Symptome der MS geht es mir heute recht gut.
Einige Dinge in meinem Leben musste ich ändern. Umdenken und weiterlaufen ;-)