„Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.“

* William Somerset Maugham

 

Dieserhalb und desterwegen werde ich mein Bestes geben, um euch vom Einschlafen abzuhalten.
Beginnen wir beim Namen. Nachdem sich meine Eltern seelisch und moralisch auf die Empfängnis eines Jungen namens Sascha eingestellt hatten, entschied ich mich in letzter Sekunde anders.
Das hatte zur Folge, dass ich fünf Tage lang namenlos auf der Säuglingsstation lag, also vom 06.10.1971 bis zum 11.10.1971.
Letzenendes standen folgende Namen zur Wahl:

„Gisela“, „Desiree“, „Sonia“ und „Daniela“
Die Wehl meiner Mutter fiel auf „Daniela“, obwohl dieser Name meinem Opa zu modern erschien.

 

Meine Kindheit und die Pubertät habe ich ohne nennenswerte psychische Schäden überstanden und das, obwohl es in den 80ern genug Gründe für Depressionen gegeben hat.

Discopalme, Dauerwelle, Hochwasserhose und Schulterpolster, mehr sage ich nicht.

 

Irgendwann kam dann die Frage nach der Berufswahl. Meine Talente und Interessen waren vielseitig, genauso vielseitig wie mein Desinteresse an Mathematik.
Meine Interessen lagen eher in allem, was mit Kreativität zu tun hatte.

Ich habe viel gemalt, gezeichnet, Klavier gespielt (Ich hätte ja viel lieber Schlagzeug oder Gitarre gelernt. Ein bischen Gitarre habe ich mir dann Jahre später selber beigebracht. Nicht professionell, nur für den privaten Zeitvertreib), gesungen (Ich war, mehr oder weniger gegen meinen Willen im Schulchor. Mitte der 90er hatten zwei meiner Freunde und ich ein paar bezahlte Auftritte, u.a. für eine große Möbelhaus Eröffung in Neuss und für eine Supermarktkette in Krefeld. Karaoke-Bars waren vor mir nicht sicher. Auch hier habe ich  sogar bei einem Wettbewerb gewonnen. Später entschied ich mich dann dazu, meine Stimme zu trainieren, somit nahm ich Gesangunterricht. Meine Lehrerin wollte mich allerdings für die Oper vorbereiten, während ich mehr in die Chanson oder Rock-Richtung wollte. Das ist alles schon so lange her, ich habe schon ewig nicht mehr gesungen und seit dem „MS-Zwischenfall“ hat meine Stimme immer mehr und mehr abgebaut. Das Singen überlasse ich zum Wohle Aller dann doch lieber denen, die es auch wirklich können.), und geschrieben. (Wenn meine Mutter mir Gutenachtgeschichten vorlesen wollte, endete es meist damit, dass ich ihr meine erfundenen Geschichten vortrug. Als ich dann endlich schreiben lernte, schrieb ich ein paar Kurzgeschichten und ließ meiner Phantasie freien Lauf. In der 3. Klasse verfasste ich anlässlich des Weihnachtsfestes ein Gedicht, welches meine Lehrerin in Jubelstürme ausbrechen ließ.)

Leider sind meine Erstlingswerke im Laufe der Jahre diversen Kellerasseln zum Opfer gefallen.
Meine großen Vorbilder waren Heinz Erhardt und Ephraim Kishon.
Mit Worten zu spielen und sie mit Zweideutigkeiten zu verzieren, habe ich schon immer geliebt.

Tagebücher habe ich nie verfasst, ich verarbeitete Alltäglichkeiten in Form von weiteren Kurzgeschichten.

Ich wollte einen kreativen Beruf erlernen, soviel stand fest.
Da ich wie gesagt schon immer gerne gezeichnet und gemalt habe, bewarb ich mich an dem Berufskolleg Glockenspitz für die Ausildung zur „Gestaltungstechnischen Assistentin (GTA)“ im Bereich Grafikdesign.
Nach der Einsendung meiner Bewerbungsmappe erhielt ich die heißersehnte Einladung zur Aufnahmeprüfung.
Nach knapp zwei Jahren schmiss ich jedoch das Handtuch.
Die Lehrer erschienen mir motivationslos, und mit einigen Lehrern, hatte ich „leichte Differenzen“ bezüglich ihrer „Einstellung“, wollen wir es mal so ausdrücken.
Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung, denn die meisten von denen die die drei Jahre durchgezogen hatten, mussten eine erneute Ausbildung beginnen, da sie mit der Berufsbezeichnung „GTA“ keine Anstellung fanden. Freihandzeichner waren damals nicht mehr gefragt, genauso wenig wie heute und der Informatik-Unterricht war nicht wirklich hilfreich, Grafikprogramme, wie es sie heute gibt, waren damals noch in der Frühentwicklung.

Allzuviele kreative Berufe gab es für mich nicht.

Also entschied ich mich kurzerhand für eine Friseurlehre mit dem Endziel „Maskenbildnerin“.
Die Ausbildung schloss ich als Jahresbeste ab, doch eine weitere Ausbildung zur Maskenbildnerin rückte immer mehr in weite Ferne. Neben meiner Ausbildung arbeitete ich abends in einer Gaststätte und nach meiner Ausbildung arbeitete ich nebenher unter anderem auf der

"Modemesse CPD-Collection Premiere" in Düsseldorf für das Unternehmen "Cartoon/Triangle Group" am Empfang und auf der

"Größte Straßenmodenschau der Welt" in Krefeld, als Sylistin.

 

Ich zog nach Düsseldorf und arbeitete weiterhin als Friseurin, zuletzt als Salonleitung, bis ich 1998 den Beruf  an den Nagel hing.
Ich fand mich in der Sachbearbeitung bei "Schwarzkopf & Henkel" wieder.

Nicht unbedingt die Erfüllung meiner Träume, aber es gab gutes Geld.
2000 überdachte ich erneut meine berufliche Situation, denn mir fehlte der kreative Aspekt meines Tuns.
Ich nahm allen Mut zusammen und bewarb mich bei Brainpool in Köln, als „Gag - Autorin“.
Ich reichte diverse Leseproben ein und nach einigen sehr netten Telefonaten mit Brainpool, wollte man mich persönlich kennenlernen. Leider konnte ich den Vorstellungstermin nicht wahrnehmen ...

- Murphys Gesetz lässt grüßen -

 ...weil ich einen etwas anderen Vorstellungstermin im Krankenhaus hatte, dort erhielt ich die Diagnose „Multiple Seklrose“.

 

Anfang des neuen Jahrtausends schleppten mich meine Freunde in Düsseldorf zu einem Poetry Slam, auf dem ich meine Kurzgeschichten vortragen sollte. Ich wählte die Kurzgeschichte „Märchenphobie“.
Ich erwähne das natürlich nicht, um damit anzugeben, dass ich verloren hatte, denn mitnichten, ich gewann! *Juhu*

 

Chari, meine damalige Partnerin, machte sich mit einer Filmproduktion selbstständig, und so begann ich Drehbücher zu schreiben - und dies nicht gerade erfolglos.

 

Bis auf einige typische Symptome der MS geht es mir heute recht gut.
Einige Dinge in meinem Leben musste ich ändern.

Umdenken und weiterlaufen.

 

 

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2008 Daniela Pellen (Bauer)